Wer regelmäßig aufräumt und sich dabei von alten Lasten trennt, lebt viel besser!

10000 Dinge haben wir Deutschen im Durchschnitt. Mehr als die Hälfte davon nutzen wir aber gar nicht. Wer kennt es nicht? In Schränken und Schubladen stapeln sich alte Klamotten, abgetragene Schuhe, abstruse Geschenke der Verwandtschaft oder auch viel kaputte Technik wie alte Kabel oder kaputte Handys.

Nicht minder vollgestopft ist unser Terminkalender. Wir können schwer „Nein“ sagen und versuchen allem und jedem gerecht zu werden. Eine Verpflichtung jagt die nächste und das eigene, selbstreflektierte Leben saust nur so an einem vorbei. Dieser Dauerstress und das Vollpacken – sei es seelisch oder ganz wortwörtlich – seiner eigenen Zeit und seiner eigenen Kapazitäten birgt die Gefahr an Bluthochdruck, Diabetes oder Depressionen zu erkranken.

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Was hilft ist die Ordnung! Sowohl äußerlich als auch innerlich…

Wer mindestens einmal im Jahr radikal ausmistet und nur noch die Dinge, Menschen und Termine um sich hat, die nicht an den eigenen Kräften zehren, der wird wieder zur eigenen Kraftquelle zurückgeführt werden. Schubladen und Schränke gilt es zu entrümpeln und nach den Dingen Ausschau zu halten die man wirklich nutzt und schätzt. Diesen neuen Fokus – auf die wirklich wichtigen und relevanten Dinge im Leben – erleichtert das eigene Leben ungemein. Du wirst mehr Raum, mehr Zeit und mehr Tiefgang erleben.

Es gibt nicht nur Konsum und Verzicht. 

Einen Mittelweg für sich zu finden ist oft schwierig. Es lockt das neue angebotene Handy im Prospekt der Technikeinzelhändler, obwohl das eigene Smartphone noch gut funktioniert und eigentlich alles bereit hält was wir „brauchen“. Das „immer mehr wollen“ lässt uns in einem Hamsterrad rennen, dem wir oft nicht mehr Herr werden. Wer aber die bewusste Entscheidung gegen einen Kauf, gegen eine Tafel Schokolade oder sich gegen einen neuen Termin entscheidet, der hat nur oberflächlich betrachtet auf etwas „verzichtet“. Etwas zu konsumieren ist sinnvoll und notwendig. Es aus dem Ruder laufen zu lassen aber nicht. Der bewusste Verzicht schafft Freiraum, Klarheit und führt zu uns selbst zurück.

Entrümpele jetzt dein Haushalt:

Der Kleiderschrank quillt über. Klamotten die du schon ewig nicht mehr getragen hast oder vielleicht gar nicht mehr passen, liegen kreuz und quer. Die Fensterbank ist zugestellt von Nippes und Deko, der Dachboden und Keller zugestellt mit vermeintlichen Schätzen. Abhilfe schafft nur endlich mal zu entrümpeln:

  • gehe nach System vor und lege dir das was du entrümpeln möchtest auf den Boden
  • versuche nur drei Varianten des Entrümpelns anzuwenden: „kann weg“ – „kann verkauft werden“ – „wird behalten“
  • achte darauf das du verkäufliche Dinge, die du nicht mehr haben möchtest, auch schnell zu Geld machst und dies nicht aufschiebst
  • fasse jedes Teil nur einmal an und entscheide dich schnell und spontan

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Entrümpele jetzt dein digitales Leben:

Checkst du zuerst dein Handy nach dem Aufstehen? E-Mails beantworten, Facebook checken, YouTube-Video ansehen oder direkt von einem Anruf geweckt werden. Kennst du das? Wir sind ständig erreichbar und denken irgendetwas zu verpassen. Auch hier helfen einige Tipps um dein digitales Leben zu entrümpel und zu strukturieren:

  • nutze den Aus-Knopf deines Smartphones
  • starte offline in den Tag und nutze deine Zeit für dich
  • schreibe E-Mails zu bestimmten Zeiten zurück
  • entferne digitale Störquellen aus deinem Arbeitsbereich
  • begrenze deine Aktivitäten auf sozialen Netzwerken
  • beantworte keine geschäftlichen E-Mails nach Feierabend

Entrümpele jetzt deinen Freundeskreis:

So hart es sich anhört aber: Echte Freunde sind keine Zeitfresser! Aber es gibt die dauerhaft jammernde Bekannte, den überkritischen Chef oder die zickige Kollegin. Genau diesen Menschen gilt es eine klare Grenze zu ziehen. Denn Beziehungen zu schwierigen Menschen rauben dir nur Kraft. Auch der oft gut gemeinte Gedanke, dass der andere sich zukünftig vielleicht ändern könnte, ist oft reine Zeitverschwendung. Natürlich kann man nicht jede zwischenmenschliche Beziehung einfach „entrümpeln“ aber man kann seine Sichtweise dazu durchaus ändern:

  • Wer zickig ist, ist vielleicht auch einfach unsicher oder überfordert. Wer seinen Mitmenschen kritisch hinterfragt, kann oft dessen zwischenmenschlichen Knoten zum Platzen bringen. Verschwende aber an dieser Methode nicht dauerhaft deine Kraft und deine Zeit!
  • Diskutiere oder erzähle nur rein auf Sachebene.
  • bitte Menschen klar und deutlich um eine Änderung des Störvorgans (zu lautes telefonieren des Kollegen, Kritik ebenso dir gegenüber nur auf der Sachebene zu erläutern etc.)
  • umgebe dich mit Menschen die dir gut tun und dich glücklich machen als mit Menschen die dich seelisch herunterziehen.

Entrümpele deine Gewohnheiten: 

Was bereits immer so war ist nicht unbedingt gut, sondern oft einfach nur eine Gewohnheit. Ein automatisiertes Verhalten wie Zähne putzen ist natürlich gut. Aber wer kennt nicht selbst Angewohnheiten die man eigentlich gerne loswerden würde? Nägel kauen oder der Griff zu Süßigkeiten. Aber auch ganz banale Dinge wie der Weg zur Arbeit oder das immer selbe Hotel im Sommerurlaub sind Gewohnheiten die wir durchaus immer wieder durchbrechen sollten. Gewohnheit ist oft ein Deckmantel dafür, dass man eigentlich vor einer neuen Situation doch Angst und Bedenken hat. Den grundlegenden Gewohnheiten kann man nur an der Wurzel anpacken – am Auslöser!

  • Gehe zum Sport direkt nach der Arbeit und nicht zuerst nach Hause
  • Schokolade, Chips etc. gnadenlos im Regal stehen lassen
  • regelmäßiges Ausbrechen aus dem Alltag
  • mutige Auseinandersetzung mit dir, deinen Grenzen und Fähigkeiten
  • Bereitschaft immer Neues zu erlernen (z.B. mal wieder einen VHS-Kurs belegen oder in einem Sportverein aktiv mitmachen etc.)
  • Gewohnheiten an der Wurzel anpacken: Wieso brauche/mache ich das? Was passiert wenn ich es unterlasse?

 

Und was willst du jetzt anpacken?

Wer sich ein tolles Buch zulegen mag, das definitiv nie ausgemistet werden sollte, der von Jens Försters „Was das Haben mit dem Sein macht: Die Psychologie von Konsum und Verzicht“ lesen:

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