Wieso Blogger wieder aufhören und wieso manche Leute gar nicht erst anfangen sollten. Reden wir mal Klartext:

Vor einigen Jahren hatte ich das Bedürfnis meine geistigen Ergüsse in die Online-Welt zu posaunen. Ich habe geschrieben, gemotzt, einige Aufträge von Firmen erhalten, die berüchtigte „Reichweite“ auf- und wieder abgebaut. Auch ich habe eine längere Pause gemacht, weil irgendwann die Motivation fehlte oder ich vielmehr zu diesem Zeitpunkt, einfach nix zu sagen hatte.

Die Motivation einen Blog zu starten

Was treibt einen Menschen an, einen eigenen Blog ins Leben zu rufen? Und wieso Scheitern so Viele an ihren Erwartungen? Anfangs machte es mir richtig Laune, denn die Bloggerwelt war noch neu und interessant. Schnell war man nicht mehr alleine, sondern man konnte sich mit anderen Bloggern austauschen. Obwohl schon zu dieser Zeit klar spürbar war: Kommentierst du bei mir – kommentiere ich bei dir. Sau blöd.

Heute gähne ich bereits beim 43 Blogbeitrag zu irgendeiner DM-Grütze, die ich bei Facebook gelangweilt überscrolle. Auch finde ich kaum noch Anschluss als 32 Jahre alter Mann der sich mit 14 jährigen Bloggermädchen unterhalten soll. Deswegen habe ich aufgehört als Blogger für andere Blogger zu schreiben. Sondern für Leser. Was daran der Unterschied ist? Es gibt weniger Kommentare, dafür mehr Zugriffe über Google. Ich musste mich mit SEO beschäftigen, wovon ich immer dachte das dies eine neue Crime-Serie auf Vox wäre.

bloggen mit SEO

 

Wie bist du zu deinem Blog gekommen?

Wie war es bei dir? Wie bist du zum bloggen gekommen? Wolltest du auch selbstständig werden über Nacht? Samstags einen Blog aufbauen, Sonntags die Kündigung schreiben und Montags nicht mehr zur Arbeit erscheinen. Reichweite erzielen, Kunden dazu gewinnen und mit nervenden Pop-Ups deinen Unterhalt verdienen. Das wäre mal geil! Dann stellt sich irgendwann die Erkenntnis ein: Die Leute interessieren sich einen Scheissdreck für dich und dein Geschreibe.

Auch die guten, alten Blogs denen du immer eifrig auf allen Social Media-Kanälen gefolgt bist sind weg. Doch einer dieser Blogger gibt auf und vier neue stehen in den Startlöchern. Noch praller, noch betörender und noch professioneller (oder auch nicht). Nur der Witz ist: der Witz fehlt. Nach mehrmaligem Rotieren deiner Blogger-Fan-Base, gibt es kaum noch Persönlichkeit hinter den ganzen Blogbeiträgen. Vielmehr kommt es so vor, als ob Einer beim Anderen abkupfert. Sogenannte Copy-Cats entstanden, hirnlose Blogger die selbst nix zu sagen haben, aber den Hirnschmalz anderer abgreifen wollen.

Vielleicht solltest du gar nicht bloggen

Wer an einem Aufmerksamkeitsdefizit leidet sollte nicht mit bloggen anfangen. Die ersten Monate, manchmal auch Jahre schreibst du nur für dich alleine. Und wenn dir das nichts ausmacht, könntest du es auch gar nicht erst online stellen. Was ist also dieser „Mehrwert“ von denen alle schreiben? Biete ich einen Mehrwert an wenn ich das vierhunderachtundneuzigtausendste Erdbeerkuchen-Rezept online stelle oder wenn ich anderen Bloggern erzähle wie man bloggen soll? An wen ist dieser „Mehrwert“ gerichtet, wenn nicht in erster Line an dich selbst? Mein Mehrwert beim Schreiben war immer das Schreiben selbst…

Du hast keine Ahnung was zum „Bloggen“ alles dazu gehört

Heue ist ein moderner Blogger, niemand der unbedingt einen Mehrwert oder gar ein Alleinstellungsmerkmal braucht. Ein Blogger muss Social Media beherrschen, sich mit Suchmaschinenoptimierung auseinandersetzen und dauerhaft präsent sein. Das ist so gar nicht mein Fall und ich bin stellenweise super produktiv und stellenweise einfach eine faule Socke.

Wieso sollte ich es schaffen jede Woche mindestens zwei neue Beiträge online zu stellen, wenn ich es nicht mal schaffe den Müll runter zu bringen? Sind wir mal ehrlich: Bloggen ist echt anstrengend geworden, wenn man das Spiel der schönen, neuen Bloggerwelt mitspielen möchte. Die Erwartungen sind sehr groß geworden, wenn diese nicht von deinen eigenen, noch größeren Erwartungen in den Schatten gestellt werden. Bloggen ist kein „Nebenherdingens“ mehr sondern für Viele ein Fulltime-Job geworden. Mit all seinen Vor- und Nachteilen.

Du bist der „Mehrwert“!

Wenn du jetzt also deinen eigenen Blog beginnen möchtest, musst du die selben Fehler machen wie alle. Du wirst dich vernetzen und das Netzwerk wird zusammenbrechen. Du wirst nette Menschen kennen lernen und richtige Arschgeigen. Du wirst von Firmen angeschrieben die dich über den Tisch ziehen wollen oder sich gemeinsam mit dir an einen Tisch setzen. Motivation und Ausdauer gehört dazu. Suchmaschinenoptimierung und Social Media mittlerweile auch. Das wirst du immer wieder gesagt bekommen. Aber was wirklich zählt ist: Deine Persönlichkeit und den Spass am Schreiben, den du dir auf keinen Fall nehmen lassen solltest! Denn am Ende bietet das den Mehrwert für dich selbst…

 

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