money monster filmkritik

Der beste Film im Jahr 2016?

Glaubt mir: ich habe lange, sehr lange überlegt ob ich diese Überschrift so schreiben werde. Reißerisch und mit einem Fragezeichen am Ende versehen. Aber ich musste es tun!

„Money Monster“ – George Clooney als abgefuckter Börsen-TV-Moderator

„Money Monster“ ist eine TV-Show zum Thema Börse. Ihr Host Lee Gates (George Clooney), ein großspuriger Typ der gerne seinen Zuschauern Prognosen zu steigenden oder fallenden Aktienwerten vermittelt. So hat Gates auch die von der Firma IBIS gehandelte Aktie zum Kauf empfohlen und sie für „sicher“ eingestuft. Kyle Budwell (Jack O’Connell) und viele andere Investoren verlieren trotzdem ihr Geld. Mit einer Pistole bewaffnet stürmt Kyle die Sendung „Money Monster“ nimmt Lee Gates als Geisel und droht mit der Zündung einer Bombe…

Wo „The Big Short“ aufklären will, will „Money Monster“ nur unterhalten…

Nach „The Big Short“ kommt in relativ kurzer Zeit ein zweiter Film in die Kinos, das sich dem Thema der Börsenspekulationen annähert. Wo „The Big Short“ aber noch die Ursachen der amerikanischen Immobilen-Blase versucht begreifbar zu machen, ist „Money Monster“ ein Film der unterhalten möchte. Und dies tut dieser Film mit einer Spannung, die ich schon lange nicht mehr erleben durfte. In 98 Minuten wird (Achtung Spoiler!) keine Bombe gezündet, keine wilde Verfolgungsjagd abgehalten und nicht mal ein Spezialeffekt aus dem Computer wurde herangezogen, um eine bedrohliche und zugleich menschliche Atmosphäre zu schaffen, die trotzdem unterhaltend und spannend ist.

Viele Klischees, viele tolle Schauspieler und jede Menge Motive…

Natürlich darf man nicht allzu streng sein, wenn man sich alleine das Drehbuch ansieht und etwas darüber nachdenkt. Zu schnell erweckt die Story eine handvoll Klischees bedienen zu wollen, in denen ein „kleiner Mann“ die großen, bösen und gierigen Wall-Street-Menschen ans Bein pinkeln möchte. Viel Story-Tiefe bietet „Money Monster“ nicht. Dennoch bietet der von Jodie Foster produzierte Film eine zynisch-böse und streckenweise auch unterhaltsam-witzige Abrechnung mit der Gier, die in uns allen schlummert. In „Money Monster“ gibt es kein Gut gegen Böse, sondern ein Wir gegen uns Selber. Die Motive sind beim Anleger, beim Showmaster und beim „Bösewicht“ alle dieselben: schnelles Geld! Und dabei ist es dem Zuschauer überlassen auf welche Seite er sich schlägt. Die Wahrheit die „Money Monster“ uns -mal wieder- vor Augen hält, ist die Tatsache, das unsere Finanzmärkte nicht im Griff sind. Bestenfalls im Würgegriff.

 

Unser Fazit: 

Popcorn schnappen, Clooney gucken!

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